Festplatten komplett löschen

Bevor man eine Festplatte verkauft, versteigert oder wegschmeißt, sollte man sicher gehen, dass sämtliche Daten gelöscht sind. Es gibt nämlich eine Menge neugierige Leute, die, nachdem sie eine Festplatte gekauft, ersteigert oder im Müll gefunden haben, erstmal schauen, was denn noch an Daten zu rekonstruieren ist. Pikant, wenn es sich dabei auch noch um eine ehemalige Polizei-Festplatte handelt.

Leider gibt es immer noch Leute, die glauben, ein einfaches Löschen der Dateien, bzw. ein Formatieren der Festplatte würde dazu ausreichen (das gilt nebenbei bemerkt auch für Speicherkarten von Fotoapparaten). Das genügt leider nicht. Durch die normale Löschprozedur werden lediglich die Dateien aus dem Dateiverzeichnis entfernt. Die eigentlichen Daten sind direkt nach dem Löschen noch vorhanden. Erst, wenn der Festplattenplatz durch eine andere Datei überschrieben wird, ist das Wiederherstellen der Daten kein Kinderspiel mehr. Erst, wenn die Daten ein paar mal überschrieben wurden, kann sie niemand mehr zusammensammeln und anschauen.
Im Laufe der Jahre wurde auf basimo.de schon das ein oder andere Programm zum Säubern von Festplatten vorgestellt (sogenannte Disk- oder File-Shredder). Hier ist noch eins, das sich durch eine einfache Bedienung und eine Vielzahl von Löschalgorithmen auszeichnet:

Darik’s Boot and Nuke kann man nach dem Download entweder auf einer Diskette (die kleinen, viereckigen Scheiben aus dem letzten Jahrhundert) oder einem USB-Stick installieren. Will man die Festplatte säubern, muss man lediglich den Rechner mithilfe des USB-Sticks oder der Diskette booten, den Säuberungsalgorithmus auswählen, und anschließend ein bisschen warten, bis alle (ja, alle) erkannten Festplatten gesäubert wurden. Unterstützt werden folgende Algorithmen:

  • Quick Erase: Der gesamte Speicher der Festplatten wird mit Nullen gefüllt. Nicht besonders sicher, aber sicher genug, um die Festplatte an einen Kollegen weiterzugeben, oder um Windows klarzumachen, dass bei einer Neuinstallation das vorhandene Windows nicht repariert werden soll.
  • RCMP TSSIT OPS-II: Der Löschmechanismus der Royal Canadian Mounted Police (RCMP). Hier wird die Festplatte bei jedem Durchlauf mit einem Zufallswert gefüllt. Das kann man beliebig oft wiederholen. Ist allerdings nicht besonders sicher.
  • DoD 5222-22.M: Vom amerikanischen Verteidigungsministerium. Benutzt wird hier der gleiche Algorithmus wie vom Heidi Eraser. Allerdings war ich zu faulbeschäftigt, mir die Funktionsweise durchzulesen.
  • DoD Short: Wie der vorherige Algorithmus, allerdings werden einige Schritte übersprungen.
  • Die Gutmann Löschmethode. Sehr sicher.
  • Die PRNG Stream-Methode: Die Festplatten werden in jedem Durchlauf komplett mit Zahlen eines Pseudozufallsgenerators (PRNG) beschrieben. Je nach Anzahl der Durchläufe kann man Daten dadurch sehr sicher löschen (8 Durchläufe werden empfohlen).

Details zur Benutzung von DBAN gibts auf den Seiten des Forschungszentrums Jülich.

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