Den USB-Stick verschlüsseln

Es ist praktisch, immer einen USB-Stick dabeizuhaben, auf dem man wichtige Daten wie Passwörter, Adressen oder aktuelle Dokumente gespeichert hat. Allerdings ist es ziemlich leicht, einen USB-Stick irgendwo zu vergessen oder zu verlieren. Daher sollte man private und sensible Daten niemals unverschlüsselt auf einem USB-Stick ablegen. Hier ein paar Tipps, wie man Daten auf einem USB-Stick speichern kann, so dass niemand diese ohne größeren Aufwand(!) lesen kann. Da es eine große Anzahl von Programmen gibt, die das verschlüsselte Speichern von Dateien erlauben, habe ich mich auf Anwendungen beschränkt, die auf mindestens zwei Betriebssystemem laufen (Windows, Linux):

Verschlüsselung mit TrueCrypt
Hier wird erklärt, wie man einen Bereich des USB-Sticks mit dem kostenlosen und sehr sicheren Programm Truecrypt verschlüsseln kann. Dazu legt man einen verschlüsselten “Datei-Container” an, der beliebig groß sein kann. Dieser Datei-Container kann unter allen gängigen Betriebssystemen (Windows, Linux, Mac OS X) wie ein normaler Datenträger benutzt werden. Sämtliche Informationen, die nicht in diesem Container gespeichert sind, sind weiterhin unverschlüsselt.

Der Nachteil an dieser Methode ist, dass man an dem Rechner, an dem man auf dieses verschlüsselte Verzeichnis zugreifen will, Administratorrechte benötigt. Dieses Verfahren eignet sich also hauptsächlich dann, wenn man den USB-Stick an unterschiedlichen Rechnern benutzen will, auf die man vollen Zugriff hat (z.B. Desktop, Laptop und Arbeitsplatzrechner)

Verwenden eines verschlüsselten Tiddly-Wikis
TiddlyWiki ist ein vollständiges Wiki, das allerdings nur aus einer einzigen Datei besteht, die man im Browser öffnet. Daher ist TiddlyWiki natürlich perfekt, um es auf einem USB-Stick herumzutragen. TiddlyWiki ist praktisch um kurze Notizen, ToDo-Listen oder Passwörter abzulegen. Für Kompendien in der Größe einer Wikipedia eignet es sich nicht.

Das tolle an TiddlyWiki ist, dass es mit Hilfe von Plugins beliebig erweitert werden kann. Daher gibt es auch einige Plugins, die das Verschlüsseln eines TiddlyWikis oder einzelner Tiddler (so heißen einzelne Wiki-Seiten) erklauben. Mein Favorit ist der Tiddler Encryption Plugin, mit dem man einzelne Tiddler verschlüsseln kann. Zur Verschlüsselung wird der TEA-Algorithmus verwendet, der zwar nicht zu den sichersten Verschlüsselungsalgorithmen gehört, für den Hausgebrauch (d.h. wenn keine Geheimdienste und/oder Industriespione involviert sind) aber ausreichen dürfte.

Notizen mit Notecase
Die kostenlose Anwendung NoteCase ist ein hierarchisches Notizbuch (bzw. ein Outliner). In der linken Hälfte des Fensters kann man eine Hierarchie von Seiten anlegen. Jede Seite kann aus einem Text mit einfachen Formatierungen (Fett, Kursiv, Bilder) bestehen. Ein solches Notizbuch kann verschlüsselt auf Festplatte oder USB-Stick abgespeichert werden. Dazu benutzt NoteCase den Blowfish-Algorithmus. Beim erneuten Öffnen wird man nach dem Passwort gefragt.

NoteCase gibt es kostenlos für Windows und für Linux. Eine Bezahlversion mit mehr Features und Formatierungsmöglichkeiten ist ebenfalls erhältlich.

Handarbeit: Verschlüsseln mit GPG
GPG, der GNU Privacy Guard ist ein freies Verschlüsselungssystem (basierend auf dem OpenPGP-Standard), das den meisten Leuten vielleicht vom Verschlüsseln von Emails bekannt ist. Per Kommandozeile ist es allerdings auch leicht möglich, Dateien zu ver- und entschlüsseln. GnuPG gibt es für eine Vielzahl von Betriebssystemen. Die Windows-Version von GnuPG kommt ohne Installation aus, so dass man das Hauptprogramm (gpg.exe) auf dem USB-Stick speichern und an jedem Rechner verwenden kann:
Um eine Datei zu verschlüsseln, gibt man den Befehl

gpg.exe -c meinedatei.txt

ein, woraufhin man nach einem Passwort gefragt wird. GPG schreibt die verschlüsselte Datei unter dem Namen meinedatei.txt.gpg. Man sollte nicht vergessen, die unverschlüsselte Datei meinedatei.txt nach dem verschlüsseln zu löschen.
Will man eine mit GPG verschlüsselte Datei anschließend wieder entschlüsseln, gibt man den Befehl

gpg.exe meinedatei.txt.gpg

ein.
Dieses einfache Vorgehen hat den Nachteil, dass die unverschlüsselte Datei zeitweise auf der Festplatte (oder dem USB-Stick) liegt. D.h., mit mehr oder weniger großer Anstrengung kann man diese gelöschte Datei wieder herstellen und auslesen.
Wer GPG nicht per Kommandozeile bedienen will, findet hier eine Menge grafischer Benutzeroberflächen.

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