Ersatz für Gravatare

Ein Gravatar ist ein Globally Recognized Avatar, also ein kleines benutzerdefiniertes Bild, das man zentral auf dem Gravatar-Server speichern und mit der eigenen Email-Adresse assoziieren kann. Beliebige andere Webseiten können dann auf dieses Bild zugreifen, und es zum Beispiel neben Kommentaren anzeigen. Theoretisch halte ich Gravatare für eine nette Erfindung. Praktisch habe ich vor einiger Zeit Gravatare bei basimo.de wieder deaktiviert, da der Gravatar-Server entweder unerträglich langsam oder nicht erreichbar war, was den Seitenaufbau sehr verzögert hat (WordPress Gravatar-Plugin). Da auch andere Leute sich momentan über Gravatare ärgern, hat sich der Stellify-Blog ein paar Gedanken über einen Gravatar-Ersatz gemacht:

Eine vorgeschlagene Möglichkeit sind Favatare (Favicon Avatare). Favatare zeigen das Favicon der Webseite eines Benutzers an (WordPress Plugin). Statt also einer Email-Adresse einen Gravatar zuzuordnen, wird einer URL ein Favatar zugeordnet.
Obwohl die Idee auf den ersten Blick sehr reizvoll klingt, haben auch Favatare ein paar Nachteile. Favicons haben im allgemeinen eine Größe von 16×16 oder 32×32 Pixeln, was sehr klein ist. Außerdem sind Favicons meist nicht besonders aussagekräftig (man schaue sich mal das basimo.de-Favicon in der Adressleiste des Browsers an). Hinzu kommt, dass viele Kommentatoren nicht über eine eigene Webseite verfügen, beziehungsweise das Favicon auf einem gehosteten Blog unter Umständen nicht ändern können. Letztendlich hat man bei Favataren das Problem, dass man von der Erreichbarkeit der einzelnen Server abhängig ist (im Vergleich zu einem einzelnen Server bei Gravataren).

Eine weiter Möglichkeit, Gravatare zu ersetzen, sind Pavatare (Personal Avatare). In diesem Artikel wird vorgeschlagen, dass jeder Webseitenbetreiber ein Avatar-Bild unter einem Namen wie pavatar.png auf den eigenen Server legt. Sehr schlecht, da man auch bei dieser Methode von der Erreichbarkeit der Server abhängig ist. Außerdem besteht die Gefahr, dass ein Benutzer irgendwann seinen Pavatar durch ein Werbebanner oder durch anstößige Bildchen austauscht.

Sowohl Favatare als auch Pavatare haben das Problem, dass jeder Kommentator in der Webstatistik des eigenen Servers auslesen kann, wie oft und von wem der (fremde) kommentierte Artikel aufgerufen wurde, was ein sehr guter Grund ist, beide Varianten niemals zu benutzen.

Ich denke, dass ein zentraler Dienst wie Gravatar im Moment die einzig vernünftige Möglichkeit darstellt, Avatare neben den Blog-Kommentaren anzuzeigen. Die miese Performance des Gravatar-Servers könnte man dadurch kompensieren, dass man Gravatare auf dem eigenen Server zwischenspeichert (falls dies rechtlich erlaubt ist). Das cachen von Gravataren wird allerdings von dem aktuellen Gravatar-Plugin noch nicht unterstützt.

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Eine Antwort to “Ersatz für Gravatare”

  1. Sehr schlecht, da man auch bei dieser Methode von der Erreichbarkeit der Server abhängig ist.

    Das ist man nur beim absenden des ersten Kommentars. Ab dann werden alle Pavatare zwischengespeichert. Deshalb kann der Server dann auch down sein ohne dass es die Seiten die Pavatare anzeigen beeinflusst.

    Außerdem besteht die Gefahr, dass ein Benutzer irgendwann seinen Pavatar durch ein Werbebanner oder durch anstößige Bildchen austauscht.

    Implementationen sind dazu angehalten unbekannte Pavatare erst nach Freischaltung durch den Betreiber anzuzeigen.

    Pavatare haben das Problem, dass jeder Kommentator in der Webstatistik des eigenen Servers auslesen kann, wie oft und von wem der (fremde) kommentierte Artikel aufgerufen wurde

    Durch das Caching wird genau das verhindert. Die Pavatare werden ja nicht jedes mal vom fremden Server geholt, sondern aus dem Cache des eigenen Servers geliefert.

    Ich denke, dass ein zentraler Dienst wie Gravatar im Moment die einzig vernünftige Möglichkeit darstellt, Avatare neben den Blog-Kommentaren anzuzeigen.

    Das blöde bei einem Zentralen Server ist, dass dieser Zentrale Server speichert wo der einzelne so überall kommentiert und daraus und der E-Mailadresse ein wunderbares Profil erstellen kann, das man für teueres Geld an Werbetreibende verkaufen kann.

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