Sicher Suchen

Spätestens seit dem AOL-GAU vor einigen Wochen, bei dem eine große Menge von Suchanfragen an die Öffentlichkeit gelangte, sollte man sich Gedanken über die Spuren, die man bei Suchmaschinen hinterlässt, machen.

Als AOL-Benutzer sollte man niemals die AOL-Suchmaschine benutzen, da AOL logischerweise weiß, wer da sucht (allgemein sollte man möglichst wenig Dienste wie etwa Suche oder Webmail des eigenen Internet-Providers in Anspruch nehmen).
Aber auch bei anderen Suchmaschinen sollte man vorsichtig sein. Ein Problem ist, dass Suchmaschinen wie Google, Yahoo! oder MSN bei einer Suchanfrage auf dem eigenen Rechner ein Cookie hinterlassen, also den Suchenden mit einer eindeutigen Benutzerkennung versehen. Bei einer erneuten Suche, kann dadurch eine Verbindung zu vorhergehenden Suchanfragen hergestellt werden. Das gleiche gilt natürlich erst recht, wenn man Gmail oder irgendeinen anderen Google-Dienst benutzt. Eine Möglichkeit, dies zu verhindern besteht darin, in regelmäßigen Abständen sämtliche Cookies der Suchmaschinen zu entfernen oder erst keine Cookies anzunehmen, was dann aber auf Kosten des Surfkomforts geht. Die Firefox-Erweiterung CustomizeGoogle erlaubt es allerdings, die Cookies, die bei der Google-Suche gesetzt werden, zu anonymisieren, ohne den Bedienkomfort von Gmail einzuschränken.

Ach ja, außerdem sollte man sich von Zeit zu Zeit ein- und auszuloggen, um eine neue IP-Adresse zu bekommen. Aber wer will das schon.

Eine andere Möglichkeit besteht darin, einen Proxy-Server zum Surfen zu verwenden (das geht zum Beispiel sehr einfach mit der FoxyProxy Firefox-Erweiterung oder mit Torpark). Man kann auch über einen Proxy-Server surfen, ohne irgendetwas installieren oder konfigurieren zu müssen: Webdienste wie HideMyAss oder der Palary Browser funktionieren wie ein Browser-im-Browser. Man gibt die gewünschte URL an, die man sich anschauen möchte, und die entsprechende Seite wird anonym aufgerufen und angezeigt.

Eine Möglichkeit, relativ anonym zu suchen, stellt die Seite Black Box Search dar. Man kann auf der Seite Suchanfragen an Google, Yahoo! oder msn schicken. Allerdings werden die Suchanfragen über einen zentralen Server geleitet, so dass die Suchmaschinen nicht erfahren, wer da gerade sucht. Kleiner Nachteil an der Methode ist, dass die Betreiber von Black Box Search theoretisch das eigene Suchverhalten protokollieren können. Zwar steht auf der Seite etwas von “no logging”, es ist aber nicht klar, worauf sich das im Detail bezieht.

Eine andere Strategie wird von der Firefox-Erweiterung TrackMeNot verfolgt: Diese sendet im Hintergrund eine Unmenge zufälliger Suchanfragen an AOL, Yahoo!, Google und MSN. Die Idee dahinter ist, dass die eigentlichen Suchanfragen im Rauschen der zufälligen Suchanfragen untergehen. Wie man bei BoingBoing lesen kann, ist dieses Verfahren allerdings nicht besonders effektiv: Zum einen verfügt TrackMeNot nur über relativ wenige (1500) Wörter, aus denen dei zufälligen Suchanfragen generiert werden, zum anderen bestehen die Suchanfragen aus 2 Wörtern, was das Herausfiltern dieser zufälligen Suchanfragen zusätzlich erleichtert.

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