Email-Adressen verstecken

Es ist generell eine sehr schlechte Idee, die eigene (Haupt-)Email-Adresse irgendwo im öffentlichen Teil des Internetzes zu hinterlassen. Öffentlich zugängliche Seiten werden in unregelmäßigen Abständen von Email Harvestern durchkämmt, automatischen Programmen (Bots oder Spider), deren Lebensaufgabe darin besteht, Email-Adressen zu sammeln und in handliche Listen zu verpacken, die dann zum massenhaften Versenden von Spam verkauft werden. Es gibt mittlerweile eine Menge Wege, Email-Adressen so zu hinterlegen, dass sie für maschinelle Email-Sammler entweder unsichtbar oder wertlos sind:

  • Man kann die Email-Adresse in der Form name_bei_gmail_punkt_com hinterlassen. Bei dieser Methode ist die Chance ziemlich gering, dass sich ein Bot die Mühe macht, aus solchen Mustern die Email-Adresse zu rekonstruieren. Andere Leute sind bei dieser Methode allerdings vor die Herausforderung gestellt, aus der verschlüsselten Email-Adresse die richtige Adresse zu rekonstruieren. Und es gibt immer noch eine ganze Menge Leute, die nicht wissen, dass Email-Adressen immer ein @ und hinten ein punkt-irgendwas haben müssen. Aber man kann es ja nicht allen recht machen. Der Nachteil an dieser Methode ist, dass sie meist nicht bei Formulareinträgen funktioniert, da die Email-Adressen in Web-Formularen meist darauf überprüft werden, ob sie eine gültige Form haben. In diesem Fall kann man aber eine Email-Adresse der From name@gmailDONTSPAMME.com angeben, und auf die Intelligenz der Leser bauen.
  • Man kann die Email-Adresse als Bild einbinden. Potentielle Schreibwillige müssen dann die Email-Adresse selbst eingeben. Das ist umständlich und funktioniert im allgemeinen nur auf der eigenen Seite.
  • Wenn man WordPress benutzt, kann man den PHPEnkoder benutzen. Email-Adressen (oder beliebiger Text) werden verschlüsselt übertragen, und erst im Browser durch JavaScript wieder in eine lesbare Form überführt. Das hat den Vorteil, dass für menschliche Betrachter der Webseite die Email-Adresse so aussieht, wie sie aussehen soll. Bots bekommen allerdings, solange sie kein JavaScript eingebaut haben, was bislang der Fall zu sein scheint, unleserliche Buchstabenfolgen präsentiert. Humanoide Leser, die JavaScript nicht aktiviert haben, sehen dann allerdings auch keine Email-Adresse. Aber der Prozentsatz der Surfer, die ohne JavaScript unterwegs sind, ist mittlerweile sehr klein, Tendenz fallend.
  • Wenn die Email-Adresse nicht bis in alle Ewigkeit gültig sein muss, kann man sich auch sehr bequem auf diversen Webseiten sogenannte Wegwerf-Adressen generieren lassen. Post an diese Email-Adressen wird für einen definierbaren Zeitraum (Stunden, Tage, Monate) an die eigentliche Email-Adresse weitergeleitet. Danach wird die Email-Adresse ungültig, und man bekommt keine ungewünschte (aber auch keine gewünschte) Post mehr über diese Adresse.
  • Bei TinyMailto.com kann man die eigene Email-Adresse auf einer geschützten Seite hinterlegen. Der Link auf die Email-Adresse hat dann die From http://tinymailto.com/bill_gates, und bevor man die Email-Adresse zu sehen bekommt, muss man den Text eines Captcha-Bildchens eingeben, was garantiert, dass nur menschliche Besucher Zutritt bekommen. Dieses Verfahren hat den Nachteil, dass der Link natürlich keine Email-Adresse ist, also von Web-Formularen im allgemeinen nicht akzeptiert wird.

Der wahrscheinlich bequemste Weg ist allerdings immer noch, sich nach einem Email-Provider umzuschauen, der einen guten Spamfilter anbietet, oder im eigenen Mailprogramm einen guten, lernfähigen Spamfilter zu verwenden (z.B. Mozilla Thunderbird).

Siehe auch:

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Eine Antwort to “Email-Adressen verstecken”

  1. Hallo,

    eine alternative stellt auch captchr.de dar ;) Mit fast allen anderen Methoden habe ich negative Erfahrungen gesammelt.

    Grüße
    Avl

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