Von Rauchern und Rauchverbotsschildern

Die Wirkung von Rauchverboten wird von einer Gruppe Suchtforscher der Uni Würzburg untersucht (via Spiegel). Raucher werden demnach beim Anblick von brennenden, noch möglichst unversehrten, Zigaretten besonders rauchfreudig. Das Fatale ist aber, dass das auch dann gilt, wenn die brennenden, noch möglichst unversehrten Zigaretten mit einem roten Balken durchgestrichen werden: Der Raucher sieht die unschuldig qualmende, noch fast vollständig vorhandene Zigarette, bekommt Lust, sich selbst mit etwas vergleichbarem näher zu beschäftigen, bekommt aber gleichzeitig durch das Signalrot ein verdammt schlechtes Gewissen. Diese Frustration kann, laut Spiegel-Artikel, das Verlangen nach der nächsten Zigarette sogar noch verstärken.
nosmoke.jpgWerden jetzt vielleicht, wenn sich das bis über den großen Teich herumspricht, die Rauchverbotsschilderhersteller (übrigens bislang das längste Wort auf dieser Seite) zu Schadensersatzzahlungen in Milliardenhöhe verdonnert, weil sie die Raucher jahrzehntelang zutiefst frustriert, und damit zum Rauchen getrieben haben? Oder stecken vielleicht die Rauchverbotsschilderhersteller mit den Rauchutensilienherstellern unter einer Decke? Und wie werden die Rauchverbotsschilder der Zukunft aussehen? Überquellende Aschenbecher mit kleinen, verbraucht aussehenden, nicht mehr qualmenden, Zigaretten, umrahmt von leuchtenden, beruhigend aussehenden Herzchen? Und was ist mit den Leuten, die sich immer lautstark über Raucher aufregen? Treiben diese die Raucher durch ihr enormes Frustrationspotential noch tiefer in ihre selbstzerstörerische Sucht?

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